Die Vorbereitung

Da ich blog.de erst später entdeckt habe, schummele ich ausnahmsweise und ziehe heute einen Bericht über die Vorbereitung der Tour-à-France-Mannschaft nach, den ich nach dem Wochenende vom 28./29. Mai verfaßt habe:

Schuster bleib‘ bei Deinen Leisten! Da gab Calle dem intensiven Werben seiner Frau nach und schwang sich bei der dritten Intensiv-Testfahrt für die große Tour à France ebenfalls in den Sattel. Doch das bereute der Führer des Krummesser Begleitfahrzeuges später heftig.

Da half kein Heulen und Zähneklappern: Nach den Trainingseinheiten im April von Krummesse nach Boizenburg und im Mai von Carlow bis kurz vor die Insel Poel (östlich von Wismar) stand noch einmal ein ganz harter Ritt an. Die dritte und abschließende Vorbereitungs-Tour nach Neukloster (südlich von Wismar). Und obwohl Calle bereits tapfer die sportliche Herausforderung Boizenburg gemeistert hatte, verließ ihn hier das Durchhaltevermögen. Den Rückweg trat er am Sonntag jedenfalls nicht per Rad, sondern im Begleitfahrzeug an …

Für die Tour wird alles, aber auch alles trainiert

Für die Tour wird alles, aber auch alles trainiert

Aber auch für die Profis unter den Amateuren stellte die 2×80-Kilometer-Tour vom 28. und 29. Mai eine enorme Herausforderung dar. Denn trainiert wurde unter extremsten Bedingungen: 34 Grad im Schatten und Wind von vorn (na ja, gefühlt von vorn, in der Tat kam er mit Süd 4). Dazu zwei geschlossene Eisdielen („Sonnabend Ruhetag“), eine Kneipe, in der das Bier nur maßweise ausgeschenkt wurde und ein Hitzestau auf einem 7-Kilometer-Sand-Waldweg. Da probte manch Kreislauf das Kollabieren.

Völlig geschafft kam die gegen 7 Uhr in Carlow gestartete Truppe Punkt 15 Uhr auf dem Wochenend-Grundstück der Haases in Neukloster an. Angeblich hätte man sogar früher da sein können. Man wollte, so die Legende, den mit Gepäck und Auto vorausgeeiltem Schreiber dieser Zeilen noch ein wenig Mittagsschlaf halten lassen. Eine Behauptung, die leider nicht überprüft werden kann (weil der Schreiber dieser Zeilen Mittagsschlaf hielt).

Während ein Teil des Tour-à-France-Teams nach der Ankunft die dringende Regulierung des internen Flüssigkeitskreislaufes mit einem kühlen Bier vornahm, sprangen andere in den eisigen Neukloster-See (18 Grad), während dritte einfach neben ihr Fahrrad kippten und minutenlang halb ohnmächtig auf dem Rasen liegen blieben.

Völlig geschafft

Völlig geschafft: Das Fahrerlager nach der Hitze-Etappe

Nichtsdestotrotz fanden die sportlichen Tour-Leiter Eberhard und Friedhelm während dieser dritten Test-Fahrt das radfahrerische Potential der Truppe im Großen und Ganzen bestätigt. Deswegen wurden bei der abendlichen Planung der Einzelheiten der großen Tour à France leise Bedenken der Frauen zwar ernst genommen, aber nicht weiter beachtet. 80 oder 90 Kilometer am Tag, so stellte Eberhard fest, sind durchaus zu schaffen. „Und“, so ergänzte Friedhelm, „das hätte den Vorteil, dass man schon in 11 Tagen da wäre!“

Während die drohende Rebellion der Frauen mit geräucherter Forelle, Rosé-Wein, Bier und Kümmel-Schnaps schon im Keime erstickt werden konnte, zurrte das Planungsteam weitere Eckpunkte der Tour fest:

Gestartet wird schon am Sonntag, dem 26. Juni in Krummesse, die voraussichtliche Ankunft wurde auf den 12. Juli vorgezogen. Grund: Bürgermeister Michaelis wurde zu den offiziellen Feierlichkeiten aus Anlaß des 216. Jahrestages des Sturms auf die Bastille in die Hauptstadt Paris eingeladen. Von seinem Bonningues-Gastgeber Jacques. Es wird deshalb eine Aufgabe unseres Agenten 001 sein, die Honoratioren von Bonningues unter einem Vorwand nun schon am 12. Juli an einem Ort zusammenzuführen, damit die inoffizielle Delegation aus Krummesse und Carlow mit großem Hallo empfangen werden kann. Eine echte Herausforderung für unseren Mann im Untergrund.

Immer wieder versuchten die Frauen, Einfluss auf die Tour-Planung zu nehmen

Immer wieder versuchten die Frauen, Einfluss auf die Tour-Planung zu nehmen

Ebenfalls festgelegt: Die lange umstrittene Hamburg-Umfahrung wird im Süden vorgenommen. Grund: Die Frauen plädierten dafür Landschaft Landschaft sein zu lassen und auf dem kürzesten Wege nach Bonningues zu eilen. Also stellt sich der Streckenverlauf der Tour à France jetzt wie folgt dar:

Krummesse – Geesthacht – Rotenburg (Wümme) – Verden – Sulingen – Diepholz – Lingen – holländische Grenze bei Nordhorn – Hengelo – Ijssel und Waal – ’s Hertogenbosch – Breda – Vlissingen – Brügge – Oostende – Dunkerque – Calais.

Laut Wunder-Kartenzentimeter-in-Kilometer-Umrechner von Eberhard etwa 850, tatsächlich wohl aber so an die 950 Kilometer zurückzulegende Strecke (die Radwege hatten auf der Karte viele kleine Zacken, denen das Gerät nicht folgen konnte).

Weitgehend abgeschlossen sind die Planungen der Versorgung: Während Friedhelm und Kalle auf der Mitnahme eines Grills bestehen und sogar die Idee diskutiert wurde, einen Räucherofen einzupacken, verlangt Holger deutsches Bier für die Durststrecke in Holland und Belgien (das französische wird dann wieder akzeptiert). Vorschläge der Frauen, auch mal Meeresfrüchte und andere kulinarische Genüsse der ausländischen Gastronomie zu probieren, wurden als nicht bezahlbare, kühne Phantastereien verworfen.

So stellt sich Friedhelm die Versorgung während der 17 Etappen vor: Bogos Forellen vor dem Räuchern.

So stellt sich Friedhelm die Versorgung während der 17 Etappen vor: Bogos Forellen vor dem Räuchern.

Neben intensiver Planung der Tour wurde der Aufenthalt in Neukloster aber auch genutzt, um eine weitere, wichtige Trainingseinheiten zu absolvieren: Das Übernachten in freier Natur (falls kein Hotel gefunden werden kann). Hoch motiviert legten sich Calle und Bogo deshalb auf der (überdachten) Terrasse des Wochenendhauses zur Ruhe. Obwohl – Ruhe. Böse Zungen behaupten, daß die im nächtlichen Wald von Neukloster nicht immer gegeben war…

Wer zweifelt daran, daß diese Truppe Bonningues erreicht?

Wer zweifelt daran, daß diese Truppe Bonningues erreicht?

Ein wenig holprig dann der Start zur Rücktour am Sonntagmorgen um 8 Uhr: Eine abgesprungene Kette sowie verzweifelte Anrufe des zurückgelassenen Aufräumteams („wo sind eigentlich die Müllbeutel, wohin mit den nassen Badesachen?“) hielten die Sportler zunächst ein wenig auf. Dafür zeigte sich aber die Tourleitung versöhnlich: Auf Antrag der Damen wurde ein anderer Rückweg gewählt. Diesmal ging es über Dorf Mecklenburg, Bobitz (leckeres Eis!) und Mühlen Eichsen. Dank niedrigerer Temperaturen und des Sonnabend-Trainings verlief der Trip diesmal so problemlos, daß sich Friedhelm sogar in Carlow frisch gestärkt erneut auf das Rad schwang um zusätzlich noch die 25 km nach Krummesse herunterzureißen. Hochachtung!

Insgesamt brachte die dritte Vorbereitungsfahrt die Erkenntnis, dass die Truppe gut gerüstet ist. Die Fahrräder sind mit Bullenhörnern, Fahrcomputern, Gel-Sätteln und ähnlichem aufgemotzt, die Stimmung ist prächtig und der Teamgeist ungebrochen:

Fazit: Bonningues – wir kommen!

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Kann sich Friedhelm mit seinen Forderungen nach einem Reise-Grill durchsetzen? Werden die Frauen ihre verschämt angedeutete Rebellion gegen angeblich zu lange Tagestouren fortsetzen? Wühlt 001 in Bonningues erfolgreich im Untergrund? Es steht auf den nächsten Seiten!

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