Fast in England

Die Stimmung ist ungebrochen, aber erste Anzeichen der Anspannung lassen sich nicht verbergen. Kleine, spitze Bemerkungen zeigen, daß nicht jeder mit allem so richtig zufrieden ist.

Der Schreiber dieser Zeilen fand es zum Beispiel gar nicht so lustig, schon um sieben Uhr aufstehen zu müssen. Härter noch traf es Silvia. Sie war von der Lautstärke, mit der Frühaufsteher Bogo den Fernseher schon vor 6 Uhr laufen ließ, nicht ganz so begeistert. Marianne reagiert etwas abweisend auf Friedhelms Gerede von „vielleicht schaffen wir es ja noch mit dem Rad bis nach England“ (Die Truppe ist so schnell, daß schon überlegt wird, ob man nicht einen Umweg einbauen sollte). Die Frauen würden halt lieber mehr Landschaft und Städte und Geschäfte sehen, als nur Kilometer zu schrubben. Na ja, Eingewöhnungsschwierigkeiten.

Hier war es doch recht gemütlich ...
Hier war es doch recht gemütlich

Am Morgen ging es von Homanns Landhaus bei Winsen/Luhe (eigentlich sehr angenehm – zwar keine Küche, aber ein wunderschöner Grillplatz, den wir auch ausgiebig nutzten) Richtung Pattensen. Sonderwunsch der Familie Haase, die diesen berühmten Ort südlich von Hamburg unbedingt sehen wollte. Von da aus nach Bendestorf, durch den Klecker Wald auf den Radfahrfernweg Nordheide (gemeint ist hier wohl die Lüneburger Heide), Richtung Rothenburg/Wümme.

Hier wird live gebloggt!
Hier wird live gebloggt!

Kurz hinter Tostedt, die Fahrrad-Computer zeigten 56 km an, wurde die erste Pause gemacht. Nach Aussage der Frauen. Die Männer meinten, man hätte sich ja schließlich auch schon ein Hünengrab im Klecker Wald angesehen. Wie dem auch sei, letztlich zeigte der unausgesprochene und dennoch recht deutlich offenbarte Protest der Frauen gegen die „Raserei“ Wirkung: Die Abstände zwischen den Rasten wurden kürzer. In Scheeßel und Rotenburg wurde schließlich auch Halt gemacht.

Nach 56 Kilometern die erste Pause. Sagen die Frauen.
Nach 56 Kilometern die erste Pause. Sagen die Frauen.

Wer gedacht hat, in Rotenburg/Wümme würde wie geplant die nächste Übernachtung anstehen, sah sich getäuscht: Es ging noch weiter (ich sage nur „England“!), Richtung Verden, wo wir in der Nähe der Stadt, in Kirchlinteln, Ortsteil Neddenaverbergen, in einem weiteren Landgasthof Quartier gefunden haben. Übrigens von wegen in Kirchlinteln: Der Ortsteil Neddenaverbergen liegt noch einmal 9 Kilometer vom Hauptort weg. Was die Frauen zu wahren Begeisterungsstürmen veranlaßte. Und Friedhelm erneut von England träumen ließ.

Falls mal jemand in die Gegend kommt: Das Hotel „Zur Linde“ ist top und den Onliner freut es natürlich ganz besonders, wenn er mit T-Com-Hotspot-Werbung auf dem Schreibtisch begrüßt wird. Hier hat man die Zeichen der Zeit erkannt!

Der Linden-Wirt zeigt uns eine Abkürzung über die Aller.
Der Linden-Wirt zeigt uns eine Abkürzung über die Aller

Der Linden-Wirt zeigt uns für den nächsten Tag eine Abkürzung über die Aller. Eine historische Fähre, die jetzt von Ehrenamtlern mit Solarenergie betrieben wird. Das ist Service.

Zum Glück ist das Wetter äußerst angenehm, bei 24 Grad und leichtem Wind läßt es sich gut fahren. Owohl – für Friedhelm, Marianne und Bogo dürfte es wohl mittlerweile auch gern etwas weniger Sonne sein. Die drei haben doch zum Teil schon kräftig rotgebrannte Arme, Beine und Gesichter. Aber man soll ja zum Schluß auch sehen, daß sie 3 Wochen an der frischen Luft waren!

Die Tagesbilanz: 108 gefahrene Fahrradkilometer, Start war 08:25 Uhr, Ankunft 18:35. Friedhelms scherzhafte Ankündigung, am dritten Tag könne ich Paviane fotografieren, scheint sich in schmerzhaften Ernst zu verwandeln. Die Pferdesalbe geht reihum.

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Schafft es Friedhelm gar bis England? Gibt es im Tunnel unter dem Ärmelkanal einen Radfahrweg? Wird alles aufgeklärt!

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