Seltsame Zeichen

Hochmotiviert – genügt das, um die Tour der Leiden von Krummesse nach Bonningues les Calais zu überstehen? Der nicht Rad fahrende Beobachter jedenfalls macht sich Sorgen: Eine stoische Ruhe macht sich in der Truppe breit.

Die Zeichen können deutlicher kaum sein: Petra macht sich Sorgen, weil ihr nichts, aber auch gar nichts weh tue. Renate hat den Eindruck, sie nehme zu (lächerlich: Man kann doch nicht durch den ausschließlichen Genuß eines Alsterwassers zum Mittag zunehmen!). Friedhelm hingegen beteuert, noch gestern habe er gewisse Körperteile auf einer Schmerzskala von 0 bis 10 bei 5,6 gspürt – heute hingegen sei dieser Wert auf 0 gefallen. Nun spüre er gar nichts mehr. Auch Eberhard ist seltsam: Die erste Pause wurde heute schon nach 24 Kilometern gestattet. Und zum Mittag bestellt er sich einen kleinen Salat (!!!! – Frage an die Hausärzte in Carlow: muß ich mir ernsthaft Sorgen machen?). Marianne wieder das ganze Gegenteil: Was, nur bis Sulingen? Wollen wir nicht gleich bis Dipholz fahren (das sind 32 Kilometer mehr!)? Ehrlich, ganz geheuer ist mir das alles nicht.

Marianne scheint übermotiviert
Marianne scheint ein wenig übermotiviert

Wie dem auch sei, der dritte Tag der Tour begann in schönster Harmonie. Ein ganz ausgezeichnetes Frühstück in dem noch einmal einer lobenden Erwähnung werten Hotel „Zur Linde“, das auch deshalb so vorzüglich mundete, weil wir eine halbe Stunde länger schlafen durften. Dann schon nach 8 Kilometern der erste Höhepunkt des Tages: Die Überquerung der Aller südlich von Verden mit einer extra für die Radfahrer gecharterten historischen Fähre, die jetzt auf Solarantrieb umgerüstet wurde (ökologischer kann man sich einfach nicht mehr bewegen). Ich mußte mit dem Auto und dem 110-Tonnen-Anhänger einen 20-Kilometer-Umweg fahren, um über das Flüßlein zu kommen …

Fähre über die Aller
Der Fährmann holt extra für uns über

Falls jemand auf der Karte mitfährt: Weiter ging es nach Hoya und über Vilsen und Sulingen in Richtung Diepholz, aber kurz davor links ab in die Stadt Wagenfeld wo wir im Hotel CENTRAL Unterkunft fanden. Die folgende Bemerkung vor dem Hintergrund, daß ich für die Truppe nicht das bestens ausgestattete Gästeheim, sondern die wesentlich billigere Variante im Haupthaus des CENTRAL gebucht habe: Das Zimmer ist so schnukkelig wie das meiner Oma – echt die selben Betten, der selbe Schrank. Aber wie gesagt, preiswert und für uns sehr günstig gelegen.

Wir befinden uns damit jetzt bereits am Rande des Naturparks Dümmer nördlich von Osnabrück – nicht schlecht für drei Tage Fahrradfahrt. Aber ich habe so ein wenig das Gefühl, in den kommenden Tagen werden die Etappen nicht mehr ganz so lang sein. Zumal im Radio von einer anrückenden Gewitterfront die Rede ist. Mal sehen, wie sich unsere Schönwetter-Aktivisten dann schlagen!

Die Tagesbilanz: 88 gefahrene Radkilometer, Start um 08:30 Uhr, Ankunft 17:05. Truppe doch recht geschafft von der Nachmittags-Hitze, kein Hunger, aber zum Glück noch Bierdurst – Gott sei Dank, krank sind sie wohl noch nicht.

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Wissen unserer Radwanderer, daß man sich bei Gewitter nicht unter Bäume stellen, sondern auf freiem Feld hinhocken soll? Und werden sie mitbekommen, daß ich dieses köstliche Bild der hockenden Radler dann sicher aufnehme und ins Internet bringe? Wir werden sehen!

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