Holland, wir kommen!

So, heute war es nun so weit: Wir haben den Boden der Bundesrepublik Deutschland verlassen. Und ganz nebenbei auch noch Friedhelm gezeigt, daß Politik die Kunst des Machbaren ist.

Weil wir nämlich alle Angst haben, daß aus unserem dünnhäutigen konservativen Kommunalpolitiker ein Roter wird, der ständig nur seine Wunden salbt, haben wir ihn in der sogenannnten Pavian-Revolution zum Kauf eines sau-teuren, aber sehr hilfreichen Gel-Sattels mit High-Tech-Federung gezwungen. Und der scheint zu nützen: Ich hab selbst gesehen, wie Friedhelm ihn in einem scheinbar unbeobachteten Augenblick an der holländischen Grenze geradezu zärtlich streichelte.

Von Grenze bemerkt man übrigens so gut wie gar nichts mehr: Nur das „Nederland“-Schild und ein riesiger ter-Hamme-Einkaufsmarkt ließen spüren, daß man im Ausland ist. Dafür ist das hier in der Tat das erwartete Fahrrad-Paradies. Massenhaft Radwege, Rastplätze für Radler, hervorragende Ausschilderung der Fietse-Routen, in den Städten rot asphaltierte, breite Wege für Zweiräder. Da kommt man ganz gut voran!

Holland, wir kommen
Holland, wir kommen

Theoretisch jedenfalls. Denn praktisch spielte heute das Wetter nicht mehr ganz so schön mit, wie in den vergangenen Tagen. Es ist zwar noch warm, aber immer wieder jagten Schauer über das Land und unsere Helden. Das schlaucht.

Die Stimmung war heute ein wenig gereizt. Der Regen, ein erster Ausfall (Mariannes Rad hatte einen Platten), Mißverständnisse zwischen Radfahrern und Begleitfahrzeugen.

Da muss der Spezialist ran
Da muss der Spezialist ran

In Holland führen die Radwege nicht wie in Deutschland an Straßen entlang, sondern irgendwo mitten in der Landschaft. Schön für die Radfahrer, schlecht für die Begleitfahrzeuge. Man muss sich ganz bestimmte Punkte ausmachen, wo sich Fahrradroute und Straße kreuzen. An einem solchen Punkt saßen Calle und ich heute zweieinhalb Stunden lang vergeblich – die Tour-à-France war etwas vom Wege abgekommen. In der Folge wurde die Mittagspause erst gegen halb drei abgehalten und die Hotelsuche konnte erst später losgehen als geplant. Was wiederum dazu führte, daß ich in den Wochenendstau aus Arnheim heraus geriet. Da außerdem weit und breit keine Hotels zu sehen waren, hatte ich schon langsam Panik, daß wir gar keine Übernachtungsmölichkeit mehr finden. Das wiederum brachte mit sich, daß ich unkritisch das erstbeste Hotel buchte, oder sagen wir besser das erste. 75 Euro die Nacht (Doppelzimmer), direkt an der Autobahnabfahrt Zevenaar kurz vor Arnheim, kein Fernseher. Na ja, aber wenigstens Internet.

Auch am Abend wird noch mächtig repariert
Auch am Abend wird noch mächtig repariert

Der Verlauf der heutigen Tour: Von Alstätten über die Grenze nach Haaksbergen, dann über verschlungen Land-Fahrradwege nach Broculo und Vorden, weiter über Doesburg nach Zevenaar. Insgesamt exakt 92 Kilometer. Eigentlich ja für den späten Start (Friedhelms Fahrrad kam erst kurz vor 10 Uhr aus der Reparaturwerkstatt) und die überstandenen Regengüsse nicht schlecht.

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Ab wann berichtet die Bildzeitung über den Krach im Tour-à-France-Team? Wird auch die sportliche Leistung der Amateure bei den Schreiberlingen irgendeine Rolle spielen? Wir werden sehen!

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