Wir sind in Frankreich!

Geschafft. Wir beradeln französischen Boden. Wobei sich der Grenzübertritt als schwierig erwies. Grund: Man kann die Grenze ohne Karte gar nicht mehr richtig finden. Kein stolzes Hinweisschild der Franzosen – die Belgier ihrerseits haben auf der anderen Straßenseite eins.

Auch die 13. Etappe stand dabei völlig im Zeichen der gewonnen Zeit. Erneut wurde viel auf Kultur Wert gelegt. Und das hieß heute: Stadtbesichtigung. Ziel war die letzte größere Stadt in Belgien, Veurne. Sehr hübsch, alte Häuser, schnuckliges Rathaus, viele Cafés, das eine oder andere Schuhgeschäft – für alle Bedürfnisse war gesorgt.

Veurne ist bekannt für eine Bußprozession, die immer am letzten Sonntag im Juli abgehalten wird und fleißige Putzkolonnen wienerten wohl schon in Vorbereitung auf dieses große Ereignis die größte Kirche der Stadt. Mit Lampe auf dem Kopf, damit noch das letzte Staubkorn in den geschnitzten Heiligenschreinen entdeckt werden konnte. Eindrucksvoll.

Marianne kam außerdem endlich zu der echt belgischen Waffel, die sie schon immer mal essen wollte und Silvia zu einem herrlichen Apfelstrudel mit Eis. Feine Sache.

Nächster kultureller Höhepunkt war dann der Besuch des Bäckereimuseums der Stadt – man sieht, wir haben Zeit. Ganz nett gemacht, mit den verschiedenen Brotarten aus aller Welt. Der einzige, der nicht mit rein kam war Calle. Denn der hatte in der Nacht zuvor Besuch. Von einem Marder. Und der hat ihm im Auto den Regler für den Lüfter kaputt gebissen. Also die Kabel dafür. Aber Calle läßt sich von einem belgischen Marder nicht die Tour versauen. Ein bischen abgeklemmt, ein bischen umgeklemmt, ein wenig neu verdrahtet – und schon läuft der Ford wieder.

So einen Eiswagen kennt Friedhelm noch aus Krummesse
So einen Eiswagen kennt Friedhelm noch aus Krummesse

Eine halbe Stunde später dann der nächste Höhepunkt der Tour: Wir betreten französischen Boden. Anlaß für einen kleinen Sektempfang, den Calle mit Lübecker Althäuser direkt auf der Grenze gab. Begeisterung bei den Tour-Teilnehmern, nach dem Sekt gab es lecker Picknick aus der Kühltruhe. Außer für mich, ich mußte Quartier machen – und fand ein recht Nettes, urfranzösisches in Bergues, 4 km unterhalb von Dunkerque gelegen.

Die nächste Grenze ist erreicht
Die nächste Grenze ist erreicht

Ich dachte, ich spare etwas (50 Euro das Doppelzimer), aber da hatte ich mich geschnitten. Meine Frau begab sich unter dem Vorwand, sich die pittoresken kleinen Häuser, die befestigten Stadtmauern und ähnliches anschauen zu wollen in die Kleinstadt und kam mit einer Tüte aus einer Mode-Boutique wieder. Wären wir bloß in Dunkerque geblieben!

Na ja, für mich gab es dann noch einen Ricard (ein Pastis) in einer typischen französischen Kneipe, so im Stil der 60er Jahre. Bloß originaler als bei uns. Wenigstens etwas.

Echt französisch: Unsere Hauskneipe
Echt französisch: Unsere Hauskneipe

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