Neustadt an der Weinstraße

Wer nach 700 Kilometern Fahrt denkt: „Jetzt erst einmal ein schönes, frisches Bier!“, der ist hier fehl am Platze. Denn Neustadt trägt nicht umsonst den Zusatz „an der Weinstraße“.

Auf unsere Frage in einem Weingut im Ortsteil Hambach, ob es denn hier auch Bier gebe, guckt uns die nette Verkäuferin erschrocken und ratlos an. „Nee also dösch ham wir hier nischt!“.

Sie empfiehlt uns den Griechen um die Ecke. Der hat Ruhetag. Wir marschieren durch den Ort, die Cafés sind geschlossen, die Weinstuben mit Verweis auf möglichen Bierausschank haben ebenfalls zu. Wenn überhaupt, dann Ausschank erst nach 17:30 Uhr.

Hilft nix, rauf zum Hambacher Schloss, der Wiege der deutschen Demokratie (hier fand 1830 ein Treffen von Studenten und national gesinnten Kräften statt, das berühmte Hambacher Fest). Wir haben Glück, die dortige Ritterstube hat auf, bietet Weißbier und Pilsner. Wir sind gerettet, und bleiben gleich zu lange an diesem herrlichen Sommerabend auf der Freiluftterasse mit wunderbarem Blick über die Rhein-Aue sitzen. Es ist nach 18 Uhr, inzwischen ist die Schlossruine nicht mehr zu besichtigen. Pech, aber wir sind ja am letzten Tag unserer Rundtour wieder hier, können Versäumtes nachholen.

Am Hambacher Schloss
Am Hambacher Schloss weiß man deutsches Lebensgefühl zu schätzen.

Wieder unten im Ort treffen wir in unserem Hotel „Hambacher Winzer“ (gehört offenbar der örtlichen Winzergenossenschaft) den Herrn Dorn von Eurobike.at Er erläutert uns die vor uns liegenden Etappen, gibt Tipps für unterwegs, übergibt Räder, Gepäcktaschen, Luftpumpen und Fahrrad-Schlösser. Wenn was ist, können wir ihn anrufen.

Wir hoffen, daß wir ihn nicht anrufen werden.

A propos deutsche Einheit - die gibts auch bei Eurobike
A propos deutsche Einheit – die gibts auch bei Eurobike

Am Abend probieren wir Spezialitäten. Pfälzer Saumagen findet die Billigung der beiden Herren, die sich trauten, ihn zu probieren, auch Leberknödel, Bratwürste, Sauerkraut schmecken lecker. Nix zu meckern. Beim Verdauungs-Obstbrand hätte man kräftig sparen können, die Schattenmorelle war doppelt so teuer wie die Williams Christ. Na, da wissen wir wenigstens für nächste Woche Bescheid.

Morgen früh geht es um halb acht raus aus den Betten, die Wirtin ließ sich zum Frühstück Punkt acht überreden – obwohl sie der Meinung war, wir sollten doch im Urlaub ruhig ausschlafen. Aber für so etwas haben wir keine Zeit – 50 km Radtour nach Germersheim stehen an.

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