2. Etappe Trient – Gardasee (60 km)

Trient zeigte sich am Morgen eher von seiner feuchen Seite: Es regnete in Strömen. Dazu dichter Verkehr, Baustellen, Umleitungen. Zum Glück ist die Richtung klar, wir müssen zurück an die Etsch und dann flußabwärts. Nach 4 km sind wir wieder auf Kurs.

Die Polizei kann zum Glück helfen
Die Polizei kann helfen

Gott sei Dank läßt der Regen bald nach, die Fahrt auf dem hervorragend ausgebauten Radweg ist angenehm, auch dank des Rückenwinds. Erneut kommt der einzige Platz zum Rasten zu früh – Bigis Grill, fünf Kilometer vor Rovereto, kann uns nicht locken, weil uns die in den Reiseunterlagen angepriesene Altstadt in diesem Augenblick mehr interessiert.

Festung über dem Etsch-Tal
Festung über dem Etsch-Tal

Die allerdings haben wir nie gesehen. Wir haben’s versucht, aber sofort, wenn man den Etsch-Radweg verläßt, gelten Zweiräder nicht mehr viel. Erst Recht in einer größeren Stadt wie Rovereto. Schlechte Ausschilderung, viel Verkehr – nach drei Kilometern Suche nach dem Zentrum geben wir auf und kehren zurück an die Etsch.

Dort geht es nur noch fünf Kilometer den Fluss entlang, dann verlassen wir das Tal und machen uns auf in Richtung Gardasee. Dazu gilt es den San Giovanni-Paß zu überwinden. Na gut, klingt gewaltiger als es ist – der ist nur 278 Meter hoch. Die Strecke führt eine alte Bahnlinie entlang, kaum Steigungen, kein Problem. Schwierig war es wie immer in der Stadt: Mori lernen wir näher kennen, als wir wollten, weil wir die Stadt bei strömenden Regen zweimal durchfuhren, um die richtige Ausfahrt Richtung Gardasee zu finden.

Dafür decken wir uns auf halber Strecke mit einheimischer Wurst und Käse ein.

Kurz hinter dem Giovanni-Paß geht es steil bergab – das Tacho bleibt bei 54,8 km/h Spitzengeschwindigkeit stehen, weil ich viel, aber nicht sooo viel Vertrauen in die Fahrradbremsen habe. Vom Streckenverlauf her wäre es auch schneller gegangen.

Der Gardasee
Kurz hinterm Giovanni-Paß: Blick auf den Gardasee

Das Wetter am Gardasee überraschte dann komplett – Sonne pur, obwohl der Wetterbericht Regen vorhergesagt hatte. mediterranes Flair allüberall. Palmen und Kakteen, volle Cafés, man fühlt sich weit, weit weg. Im Urlaub halt.

Genau so sollte eine Italien-Radtour sein
Genau so sollte eine Italien-Radtour sein

Mit der Fähre setzen wir über nach Sirmione, einer malerischen Altstadt auf einer Halbinsel im Süden des Gardasees. Die Überfahrt bezahlen wir mit einem DERtour-Voucher, wenn ich es recht gesehen habe, hätte die Fahrt 20 Euro plus 7 Euro für das Fahrrad gekostet. Pro Person.

Der Hafen von Riva wird zum Radler-Treff
Der Hafen von Riva wird zum Radler-Treff

Sirmione scheint das Sylt Italiens zu sein. Ich entdecke 11 Ferraris auf einem Parkplatz, dazu zahlreiche weitere Edelkarossen. Da hineinpassende Typen gibt es noch und noch, sie zeigen stolz ihre Porsche, BMW, Mercedes. Wir lassen uns auf unseren Fahrrädern nicht beeindrucken.

Wasserburg in Sirmione
Wasserburg in Sirmione

Beim Sonnenuntergang einsam am See, mit der einheimischen Wurst und dem einheimischen Käse und Birra di Lago vor Gewitterkulisse wissen wir: Besser als uns kann es denen auf keinen Fall gehen.

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