3. Etappe Gardasee – Verona (48 km)

Auf der Strecke zwischen Sirmione und Verona muss die Landschaft herrlich sein. Weitläufige Weingüter an sanften Hügeln, stille Kanäle, pittoresque Kirchen in verträumten, alten Dorfzentren. Hätten wir gesehen, wenn es nicht geregnet hätte.

Ein dicker, schwerer Landregen, unterbrochen nur von peitschenden Schauern, die von Böen des von vorne kommenden Windes begleitet werden. Nach 10 km ist mein 29-Euro-Regencape aus dem Fahrradspezialladen völlig durch, nach 12 km auch meine Fahrradjacke, nach 12,5 km das T-Shirt. In den raren Pausen bei den seltenen Unterstellmöglichkeiten läuft das Wasser wie aus einer Dachrinne aus meinen Hosenbeinen, jeder Tritt in die Pedale gibt einem das Gefühl, durch einen Sumpf zu laufen. Italien im Regen ist nicht gerade das, was man sich für den Aktivurlaub wünscht.

Ja, in Italien kann es auch regnen
Ja, in Italien kann es auch regnen

Nach dreieinhalb Stunden Fahrtzeit mit einem nur 13,9er Schritt erreichen wir die Stadt der Romantiker: Verona, Heimstatt von Romeo und Julia. Und wie zum Hohn hört es drei Minuten nach unserer Ankunft auf zu regnen, gegen Abend bricht sogar die Sonne ab und zu durch den grauen Himmel.

Ponte Scaligero
Die Ponte Scaligero

Ansonsten: Verona, Stadt der Romantiker? Wohl eher die der italienischen Schulklassen und der Japaner. Für beide Gruppen scheint der Besuch von Julias Geburtshaus unausweichliches Pflichtprogramm. Laut lärmend stürmen sie den Hof des alten Bürgerhauses, fotografieren den berühmten Balkon, der wohl aus einem noch älteren Sarkophag gefertigt ist (!), fassen einer Bronze-Julia an den dadurch hell glänzenden Busen.

Was soll man auf Julias Balkon auch sonst fotografieren?
Was soll man auf Julias Balkon auch sonst fotografieren?

Und die selben Truppen trifft man dann in der berühmten Arena von Verona wieder, einem der besterhalten Amphitheater aus der Zeit des Römischen Reiches überhaupt. Heute finden hier große Aufführungen statt, im Sommer wird Carmen, Aida, Don Giovanni gegeben, zwei Tage vor unserer Ankunft machte Alicia Keys hier auf ihrer Europa-Tournee Station.

Touristen und Schulklassen prägen das Straßenbild Veronas
Touristen und Schulklassen prägen das Straßenbild an der Piazza Bra

Dass Romeo und Julia und die Gladiatoren-Arena toll sein würden, war zu erwarten.

Nicht zu erwarten war, wie toll die Stadt selbst ist. Eindrucksvolle Paläste, wunderschöne Kirchen (zum Teil über dreizehn Jahrhunderte alt), die Macht der italienischen Städte des Mittelalters auf Schritt und Tritt. Ich bin beeindruckt. Und vergesse beim Bierchen auf der Piazza Bra (6 Euro für 0,4 l) ganz einfach den ganzen Vormittag.

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