6. (und letzte) Etappe Padua – Venedig (38 km)

Venedig wartet – also machen wir uns sehr früh auf den Weg. Der ist dank der Eurobike-Marken leicht zu finden, aber nach ungefähr zwei Kilometern stellt sich uns an einem Kanal eine Müllverarbeitungsanlage riesigen Ausmaßes in den Weg. Ein Vorarbeiter verweigert uns die Weiterfahrt übers Werkgelände, wir schlagen uns durch den Ort Noventa durch – sehr zum Ärger italienischer Autofahrer, die hier gern ungestört rasen möchten.

Zurück am Canale Piovego und später an einem ebenfalls kanalisierten Seitenarm der Brenta bekommen wir einen Eindruck davon, welchen Reichtum die alte venezianische Republik einst hervorbrachte: Eine Prachtvilla neben der anderen säumt die Wasserstraßen. Wohl mit am eindrucksvollsten: Die Villa Pisani bei Stra. Ein italienisches Versaille.

Das italienische Versaille bei Stra
Die Villa Pisani – das italienische Versaille bei Stra

Der Eintritt von 10 Euro ist uns im Gegensatz zu zahlreichen bayerischen Radlern, die vor uns eintreffen, nicht zu viel, aber wir haben keine Zeit. Wir wollen La Serenissima, die Erhabene sehen. Wir wollen nach Venedig.

Aus diesem Grund schummele ich auch das erste und einzige Mal: Hinein nach Mestre, der Stadt vor Venedig, wo wir übernachten, nehmen wir eine Abkürzung. Verfahren uns kurz im Gewerbegebiet, kommen aber dennoch glücklich und noch vor unseren Koffern am Hotel in Mestre an.

Von Mestre aus, so erklärt uns der Mann an der Rezeption, kann man mit einem kombinierten Ticket für Bus und Bahn 12 Stunden lang alle Nahverkehrsmittel im Großraum Venedig nutzen, also auch in die Lagunenstadt kommen (die Fahrt dauert 20 min). Kostet 16 Euro pro Person. Lohnt sich aber: Eine einfache Fahrt mit dem Bus kommt normalerweise 1,80 Euro, mit dem Boot kann man eine einfache Fahrt für 6,50 Euro absolvieren – und die braucht man auch, will man den Canale Grande sehen, und den Lido und auch mal zwischendurch zur Rialto-Brücke.

Am Ziel: La Serenissima
Am Ziel: Venedig, auch La Serenissima, die Erhabene genannt

Aber 16 Euro sind ja reinweg gar nichts. So viel kostet am Markusplatz gerademal ein Kaffee. Ungelogen. Ich habe es schwarz auf weiß vor mir: Cappucino im Florian (wo früher die berühmten Künstler saßen) 8,50 Euro. Dazu 6 Euro Musik-Zuschlag für eine Russen-Kapelle, die vor dem Café St.-Pauli-Lieder spielt. Pro Person. Macht 29 Euro für zwei Cappucino. Das geht nur in einer Stadt, die durch den Handel groß geworden ist. Aber dafür ist einem auch die Gattin ein Leben lang verpflichet, weil mann diese Geldschneiderei mitgemacht hat.

Im Café Florian
Gut, sie hat ihren völlig überteuerten Café im „Florian“ bekommen. Aber dafür ist sie mir jetzt auch ein Leben lang verpflichtet

Venedig selbst ist natürlich immer eine Reise wert. Was für prachtvoll Paläste, welch wertvolle Kunstwerke, jeder Stein atmet hier jahrhundertealte Geschichte. Mein persönlciher Favorit: Die Kirche Maria Gloriosa dei Frari. Nicht nur, daß dort ein sieben Meter hohes Altarbild von Tizian (und das Grabmal des Meisters) zu bewundern ist, vor allem gefällt mir das pyramidenförmige Grabmal Canovas. Könnt ich mir stundenlang ansehen.

Postkarten-Idylle
Ungelogen: Sieht genau so aus wie auf den Postkarten!

Am Marcus-Platz
Am Marcus-Platz

Venedig
Bella Italia

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Warten auf Kundschaft

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Canale Grande und Rialto Brücke

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Über den Canale Grande kommt man mit billigen Linien-Gondeln

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Man kann aber auch die teure Variante wählen

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„Straßenszene“ kurz hinter Dogenpalast und Seufzerbrücke

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