Erste Etappe: Cottbus – Lübben (70 km)

Cottbus zeigt sich von einer unerwarteten Seite: Überaus freundlich und srviceorientiert. Wir sind am Vorabend noch ein wenig durch die Altstadt geschlendert und im „Stadtwächter“ eingekehrt. Wo es warme Küche bis morgens früh um vier gibt. Später sprechen wir eine junge Kellnerin auf dem Marktplatz an, die vor leeren Tischreihen am Tresen steht. Warum sie denn dort stehe, wenn keine Kunden da seien? „Kann doch sein, daß welche kommen.“

Cottbus am Abend
Wilder Osten: Beim Junggesellinnen-Abend in der Kneipe war es so eng, dass der Stripper später am Abend draussenauf dem Platz tanzen musste …

Der Veranstalter bringt uns im Lindner Congress Hotel im Stadtzentrum unter. Eine gute Wahl, wir sind sehr zufrieden (auch hier übrigens wieder mit dem sehr freundlichen Personal). Dort starten wir kurz nach 9 Uhr am Sonntagmorgen Richtung Lübben.

Der Gurkenradweg ist in diesem Abschnitt sehr gut ausgeschildert, wir haben kein größeren Probleme. Bis nach Burg geht es auf dem ehemaligen Bahndamm der Spreewaldbahn, die Strecke fährt sich leicht und angenehm, sie ist durchweg asphaltiert. Es geht vor allem durch märkische Kiefernwälder, Orte werden kaum gestreift. Nach 18,5 km erreichen wir Burg, das bereits im Biosphärenreservat Spreewald liegt.

Wo dummerweise (für die Männer) gerade Töpfermarkt ist. Ein richtiger Töpfermarkt, mit vielen Keramik-Anbietern aus der Gegend. Aber auch Gurken, Leinöl, Merrettich und andere typische Produkte finden sich. War nicht schwer, dort eine Stunde Zeit zu verlieren.

Töpfermarkt in Burg
Töpfermarkt in Burg – zum Glück gab’s auch Bier-Stände

Von Burg aus führt der Gurkenradweg weiter in Richtung Vetschau und Raddusch, ein kleines Dorf, das wir nach etwa 40 km erreichen. Der Weg bis dahin ist teilweise unangenehm: Er führt über fünf, sechs Kilometer über eine realtiv enge, an diesem Sonntag aber stark befahrende, öffentliche Straße.

Am Rande von Raddusch (genauer gesagt 2,5 km entfernt) wurde eine Slawenburg komplett nachgebaut, die zu besichtigen sich sicher lohnt (Eintritt 4,50 Euro). Wir haben uns das eindrucksvolle Bauwerk von außen angesehen, sind aber nicht rein, weil wir noch ein ganzes Stück Weg vor uns haben.

Slawenburg bei Raddusch
Slawenburg bei Raddusch

Jetzt folgt eigentlich der schönste Teil der Tour – an malerischen Kanälen, Wiesen mit Störchen, Fischteichen vorbei in Richtung Lübbenau. Eine wunderbar Strecke, die bei diesem schönen Wetter (Sonne und Wolken, 20 Grad) allerdings viele Radfahrer gnießen wollen.

Spreewald-Idylle
Spreewald-Idylle

Wir erreichen Lübben, das Zentrum des Spreewaldtourismus nach ungefähr 58 km Fahrt – wobei wir vorher einen Abstecher in das Museumsdorf Lehde machen. Das sehr voll mit den Gästen der zahlreichen Kahnfahrten ist, die im Hafen von Lübbenau starten und hier ein lohnenswertes Ziel für die Verköstigung der Massen finden.

Kahntouristen
Kahntourismus

Etwas ruhiger wird es dann wieder auf dem Weg nach Lübben, Verwaltungszentrum des Dahme-Spreewald-Kreises. Wir kommen kurzzeitig von Gurkenradweg ab (den wir auch in Burg und Raddusch verloren hatten), aber das macht nichts – alle Wege scheinen hier zum selben Ziel zu führen. Die Strecke ist hervorragend ausgebaut, meist asphaltiert, über Sümpfe führen hervorragend befahrbare Bohlensteige, kein Problem.

Brücke über einen Kanal
Einzige Herausforderung für Radler – die Brücken über die Kanäle

Wir erreichen das Ziel am späten Nachmittag und nach 69,8 gefahrenen Kilometern.

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