Fünfte Etappe: Burg – Dissen – Peitz – Cottbus (46 km)

Sprach ich gestern davon, daß das Wetter herrlich war? Schade, hätte ich heute auch gern geschrieben. Aber es regnete ununterbrochen. Nicht eben stark, aber ohne Pause. Mal tröpfelte es, mal schien sich in Landregen einstellen zu wollen – es reichte jedenfalls um die ganze Zeit unter Schutz-Kleidung fahren zu müssen. Nervig.

Rin in die Regenklamotten - raus aus die Regenklamotten
Rin in die Regenklamotten – raus aus die Regenklamotten

Die heutige Tagestour begann wieder auf gut asphaltierter Fahrradstraße und führte nach nur 1,5 km zum Bismarck-Turm bei Burg, errichtet zu Ehren des Reichskanzlers und genutzt vor allem als Aussichtsturm. Allerdings nicht durch uns, wir waren einfach zu früh hier.

Der Bismarck-Turm
Der Bismarck-Turm bei Burg

Weiter ging es auf der Deichkrone des bereits bekannten Nordumfluters in Richtung Dissen. Wo jeder Radtourist Halt machen sollte, um das sehr sehenswerte Dorfmuseum zu besuchen. So wie wir es getan haben. Man erfährt hier viel über die Sorben und ihre Lebensweise, erfährt von den Schwierigkeiten, die sie in der Vergangenheit mit den Deutschen hatten, aber auch von ihrer Bevorzugung als anerkannte Minderheit, als dies den Politikern mal anders herum in den Kram paßte.

Im Heimatmuseum von Dissen erfährt man viel über dias sorbische Brauchtum
Im Heimatmuseum von Dissen erfährt man viel über dias sorbische Brauchtum

Eine Besonderheit ist die neben dem Dorfmuseum befindliche Kirche, weil die gemalten Bibelszenen mit deutschen und sorbischen Bibelzitaten versehen sind – ein Unding nach einem entsprechenden anti-sorbisch-Erlaß von 1936, aber die Kirche war damals gerade baupolizeilich gesperrt und so wurde der Befehl zur Entfernung der sorbischen Schrift einfach „vergessen“. Seltsam für uns auch der Anblick einer in den Altar hineingebauten Kanzel für die Predigt – erinnerte eher an eine Loge für den Pastor …

Deutsche und sorbische Bibelzitate in der Kirche
Deutsche und sorbische Bibelzitate in der Kirche

Von Dissen aus führte uns der Gurkenradweg dann weiter durch Felder und regennasse Wiesen ein kleines Stück die Spree entlang und dann nach Peitz. Peitz ist bekannt durch die bereits im 16. Jahrhundert angelegten Karpfenteichen, die Fischfreunden weit über die Region hinaus bekannt sind. Sie nehmen fast 750 ha Fläche ein und bieten rund 150 Vogelarten Platz und vor allem Nahrung. Wäre bei trockenem Wetter sicher interessant gewesen, aber so spurteten wir lieber auf einem Damm durch die Teiche in Richtung Maust Mühle – in Peitz schienen sämtliche Fischrestaurants geschlossen zu haben (oder Ruhetag), so daß wir südlich der Karpfenteiche auf Frischfisch hofften. Bekamen wir dort aber auch nicht, weil es wie uns zahlreichen Touristen erging und die Gaststätte einfach überfüllt war.

Bei den Karpfenteichen gibt's übrigens nicht nur Karpfen
Bei den Karpfenteichen gibt’s übrigens nicht nur Karpfen

Zwischen Peitz und Cottbus ist der Gurkenradweg hervorragend ausgebaut und beschildert, in der Stadt (Cottbus) haben wir ihn dann natürlich prompt wieder verloren. Aber man kann ja fragen, wie man ins Zentrum kommt. Das wir nach gut dreistündiger reinen Regenfahrt-Dauer und 46 geradelten Kilometern schließlich am Nachmittag erreichten.

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