Überraschungen

Damit hatte ich so schnell gar nicht gerechnet: Unsere Pässe sind schon wieder da. Mit schickem usbekischen Visa. Und einem Begleitschreiben, das uns noch einmal auf den Ernst der Lage aufmerksam macht: Ja Leute, hiermit erhaltet ihr die letzten Informationen vor der Reise.

Mit anderen Worten: Es geht bald los.

Größte Überraschung dabei: Wir werden nur zu viert sein. Ein Paar aus dem Bayerischen wird mit uns auf der Seidenstraße reisen. Was mich zudem optimistisch stimmt: Laut Unterlagen haben sie offenbar über einen Anbieter von Sprachreisen gebucht – vielleicht können sie ja ein wenig usbekisch. Würde prima das Russisch ergänzen, das wir uns gerade mühsam von einer Einsteiger-CD reinziehen (als Auffrischung – wir hatten das Vergnügen, die mannigfaltigen Schwierigkeiten diese Sprache bereits in der Schule kennenzulernen).

Ebenfalls bei den Unterlagen mit dabei: Zwei reiß- und wasserfeste Karten „Zentralasien“. Maßstab 1:1.700.000. Heißt, wenn man die aufklappt, ist unsere Strecke von Buchara nach Samarkand gerade mal eine Hand breit und sieht gar nicht mehr so weit aus.

Und dann lagen da noch die Rail&Fly-Bahnkarten mit dabei. Was mich natürlich gleich in Panik versetzte: Höchste Zeit die Plätze für die Züge nach und von Frankfurt zu reservieren!

Die Recherche bei bahn.de brachte dann Ernüchterndes zutage: Irgndwie müssen wir es schaffen, am Abflug-Sonnabend um 04:48 Uhr auf dem Hauptbahnhof der nächsten Metropole zu sein. Und die Zubringer aus unseren umliegenden Städtchen fahren nachts nicht. Na ja, kriegen wir schon gelöst.

Überraschenderweise hatte die Bahn gar nicht mehr so furchtbar viele Sitzmöglichkeiten zur Reservierung zur Auswahl, aber wir haben unsere Wunschplätze dennoch bekommen: Nebeneinander, in Fahrtrichtung.

Wenn die Bahn nicht in einen Kopfbahnhof einahren sollte, wie wir später im Kleingedruckten zu lesen bekamen. Nun ja.

Insgesamt hat mich die Sitzplatzreservierung eine halbe Stunde meiner kostbaren Lebenszeit und 18 Euro gekostet.

Wahrscheinlich ein Klacks im Vergleich zu dem, was da noch in der Kysyl Kum auf mich zu kommt …

Das Visum der Republik Usbekistan

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