2. Etappe – Wolfsschanze

Der neue Tag beginnt so wie der alte endete: mit einer Schiffsfahrt. Während unseres Frühstücks an Bord schippert die „Classic Lady“ gemütlich über masurische Seen von Mikolajki hin nach Ryn (Rhein), einem 3.000-Einwohner-Städtchen im äußersten Westen unserer Masuren-Karte.

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Auch die „Chopin“ macht sich von Mikolajki aus wieder auf den Weg

Ryn entstand rund um eine Festung des Deutschen Ordens, von der freilich nicht mehr viel zu erkennen ist: sie wurde häufig umgebaut und sieht inzwischen eher wie ein Barockschloß aus. Für die Besichtigung haben wir keine Zeit, wir wollen zur Wolfsschanze – aber nicht auf dem vorgeschlagenen kurzen Weg, sondern auf der Alternativ-Route über Ketrzyn (Rastenburg).

Die führt uns zunächst einmal bergan. Nicht sehr weit, einen Kilometer vielleicht, aber danach geht es fast 10 km weit nur bergab – es rollt sich herrlich auf dem Asphalt. In Nakomiady (Eichmedien) trennen sich die beiden Strecken (die direkt zur Wolfsschanze führende und die über Rastenburg).

Dachten wir. Und bogen falsch ab. Dabei hätten wir noch drei Kilometer auf der Hauptstraße bleiben müssen.Wir aber wählen irrtümlich einen anderen Weg. Und lernen gleich mal, dass es zwei Formen von Straßen in den Masuren gibt: Die aus Asphalt und die aus Sand.

Die aus Sand haben es in sich. Mit Steinen durchsetzt. Von Pferdehufen, Traktoren und Wildnis-fähigen Allradfahrzeugen zu unablässigen Wellen geformt, mit Schlaglöchern übersät.

Radfahren auf Sand

Wo, bitte, geht es denn hier zur Straße?

Es rüttelt und schüttelt uns, wir denken „das kann doch nicht die offizielle Straße sein“ und suchen uns einen Weg zurück in die Radfahrer-Zivilisation. Just als wir den gefunden haben stelle ich fest: Mein Tacho ist weg. Bei der ganzen Rüttelei wohl aus der Halterung geflogen. Zerknirscht fahre ich die ganze Holperstrecke noch einmal zurück, aber es hilft nichts: Das 10-Euro-Teil bleibt verschwunden.

Nach ungefähr 20 km erreichen wir endlich Ketrzyn (Rastenburg). Eine kleine Ordensritter-Stadt, die uns vor allem durch ihre schöne Kirche (in der wieder gerade ein Gottesdienst stattfand, so daß wir auch sie nicht ausführlich besichtigen konnten) und einen klitzekleinen Mittelalter-Markt in Erinnerung bleiben wird, der in einem historischen Backstein-Hof aufgebaut worden war.

Schmied auf dem Mittelaltermarkt

Beim Schmied erhalten wir ein Hufeisen

Ketrzyn gibt uns Gelegenheit zu einer Mittags-Pause, dort ist alles ganz gut auf Touristen eingestellt, die Speise-Karte gibt es auch auf deutsch. Prima.Aber wir wollen ja noch zur Wolfsschanze, also verweilen wir hier nicht allzu lange.

Auf dem Weg in Führers Hauptquartier könnte man denken, der Kerl residiert noch heute dort: Eine Völkerwanderung findet auf der Asphaltstraße statt. Viele Autos mit deutschen Kennzeichen, aber noch viel mehr mit polnischem. Einer nach dem anderen jagt an unserer kleinen Radlertruppe vorbei. Es geht bergauf und wir sind nicht so gut gelaunt wie die tausenden von Menschen, die in den Bunker-Park strömen.

Siggi, der Reiseleiter der geführten Radler-Truppe an Bord erklärt uns später den Grund: Es ist Feiertag in Polen. Die Menschen haben Zeit.

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Den Schützenpanzerwagen kann man buchen. Salven aus der Bordkanone kosten extra

Und so ist das ehemalige Hauptquartier der Nazis im Osten heute eine riesige Kirmes. Mit mietbaren Schützenpanzerwagen, Schießständen, überfüllten Toiletten (im wahrsten Sinne des Wortes – sie wurden kurz nach unserer Ankunft „aus technischen Gründen“ geschlossen). Gruselig.

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Schiessübungen in einem der Bunker

Des deutschen Widerstands, des Attentats auf Hitler, gemahnt man fast ein wenig pflichtschuldig. Die Baracke steht natürlich nicht mehr, an ihrer Stelle erinnert eine kleine Stein-Skulptur mit Inschrift an die Tat Stauffenbergs und seiner Mitstreiter. Polen wie Deutsche schauen sich das an und gehen sich dann richtig gruseln – in den meterdicken Betonwänden der gesprengten Bunker Hitlers, Görings, Bormanns, Jodels und wie sie alle hießen. 80 Stück gibt es davon auf dem 250 Hektar großen Gelände.Gesprengt haben sie die Deutschen selber, als die Rote Armee die nur gut 30 km entfernte Stadt Angerburg eingenommen hatte. Das war am 24. Januar 1945.

Die Überreste des Göring-Bunkers

Die Überreste des Göring-Bunkers

Wenn man sich anschaut, wie eng das in diesen fensterlosen Verliesen war, wird einem klar, dass die alle an einer schweren psychischen Störung gelitten haben MUSSTEN …

Und während mir das ganze Volk und der verblichene Führer auf den Geist zu gehen beginnen, müssen wir doch noch länger als geplant in Bunkerasia verbringen: Einer unserer Radler hat sich was eingefangen. In seinem Hinterrad. Reifenwechsel erforderlich.

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Wenn das mal kein Zeichen war …

Unser Ziel an diesem Tag ist die Anlegestelle der „Classic Lady“ in Gizycko (Lötzen) und das ist noch eine ganze Weile hin – 29 km laut Reisebeschreibung. Also versuchen wir die Wolfsschanze schnell hinter uns zu lassen. Fahren erneut über Feld- und Wiesenwege, kommen dann nach rund 10 km endlich am Ortseingang von Doba (Doben) wieder auf asphaltierte Straße. Hier hätten wir sicherlich prima rollen können, wenn nicht ein plötzlich bei strahlendem Sonnenschein einsetzender Starkregen die Euphorie gebremst hätte.

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Regen und Sonnenschein

Zu Glück ist es nicht mehr so weit, nach weiteren 15 km erreichen wir den Ortseingang von Gizycko. Und wissen plötzlich nicht mehr weiter. Die Beschreibung im Begleitheft ist äußerst mißverständlich, wir wissen nicht, ob wir nun zur Festung Boyen fahren sollen oder aber die Straße, die zur Festung Boyen führt  entgegengesetzt nutzen müssen (dies stellt sich dann als richtig heraus). Wir diskutieren, suchen, probieren Wege aus und finden dann irgendwann doch noch zum Schiff.

Laut Plan haben wir an diesem Tag 67 km zurückgelegt, ich bin mir ziemlich sicher es waren mindestens 77. Glücklicherweise steht an Bord immer ein frisch Gezapftes für uns bereit.

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Geschafft.

 

 

 

 

 

1. Etappe – Pisz (Johannisburg)

„Die Johannisburger Heide“, so erklärt mir das ausgezeichnete Tourenbegleitheft von DNV-Tours, „war mit 970 Quadratkilometern größte zusammenhängende Waldgebiet Preußens“. Dunkle Kiefern und abwechslungsreiche Laubwälder, uralte Bäume, reiche Pilz- und Beerenvorkommen wurden uns versprochen, lauschige Seen, Wild und Heide.

Und was soll ich sagen: Die haben nicht übertrieben.

Kurz nach dem sehr reichhaltigen Frühstück machten wir uns auf. Ein wenig gestaffelt, denn alle 46 Passagiere  wollten ja nicht zusammen die Stille der Natur genießen, aber letztlich fuhr man sich doch immer wieder über den Weg.

Zunächst geht es auf asphaltierten Straßen in den Ort Wejsuny (Weissuhnen), der eine nette, gar nicht so kleine Kirche hat. Besichtigung allerdings nicht möglich – es ist Sonntag, im katholischen Polen ist das heilige Gottesdienst-Zeit. Also radeln wir weiter, immer noch auf Asphalt durch die Johannisburger Heide. Treffen an einem Campingplatz am See eine Dame aus Zwickau, die sich keinen schöneren Ort für ihren Wohnwagen vorstellen kann.

„Und die Mücken?“. „Welche Mücken?“

Nach rund 20 km erreichen wir wieder einen Ort – Karvik (Karwik). Und hoffen inständig auf eine Kneipe, denn radeln macht durstig. Finden aber keine, obwohl es sich anscheinend um einen Ferien-Ort handelt. Dafür stoßen wir aber auf ein Einfamilienhaus, in dem ein ständiges Kommen und Gehen herrscht. Autos fahren vor, Radfaher steigen ab und auf, Fußgänger gehen rein uns raus. Wir haben den Dorfladen entdeckt, der zum Glück auch sonntags geöffnet hat. Zeit für ein kleines Bier zwischendurch.

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Wo „Sklep“ dran steht ist meist Bier drin – auch sonntags

Inzwischen ist es vorbei mit der gemütlichen Asphaltstraße, wir kommen auf offenbar auch von Autos vielbefahrenen Waldwegen voran, erreichen nach ungefähr 30 Kilometern Waglik (Wonglik). Der Ort verfügt über einen alten Friedhof und wird ansonsten vom durchrauschenden Verkehr auf der Fernstraße 58 bestimmt.

Alte Grabsteine in Waglik

Alte Grabsteine in Waglik

Wir flüchten vor den unablässig vorbeiziehenden PKW und LKW auf eine Ausweichstrecke, die uns das Tourenbegleitheft anbietet und rollen schließlich nach rund 34 Kilometern in der 16.000-Einwohner-Stadt Pisz (Johannisburg) ein. Die einen sehr schönen Marktplatz und die größte Fachwerkkirche Polens hat. Leider können wir auch sie nicht besichtigen – sie ist geschlossen. Weil Sonntag ist?

Darüber hinaus ist Pisz noch als Sterbeort des letzten polnischen Wisents bekannt. Der 1698 von August dem Starken, damals König von Polen, oder dem preußischen Kurfürsten Friedrich II. erlegt. Man weiß es nicht so genau, aber es geschah verbrieft wegen einer für die Monarchen organisierten dreitägigen Jagd.

Das Rathaus von Pisz gehört zu den wenigen Gebäuden, die den Zweiten Weltkrieg überdauert haben (75% der Stadt waren zerstört). In seinem Schatten lassen wir uns im Außenbereich eines Restaurants an einem großen Holztisch nieder.

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Der Marktplatz von Pisz

Viel Zeit für Pizza und Pelmeni bleibt uns allerdings nicht – uns wurde am Abend zuvor schließlich deutlich eingeschärft, daß wir um 16 Uhr wieder an Bord zu sein hätten, weil das Schiff noch heute mit uns nach Mikolajki (Nikolaiken) fahren und pünktlich ablegen will.

Irgendetwas müssen wir auf der Rückkehr zum Schiff aber übersehen oder überlesen haben – wie sich herausstellt, haben wir es irgendwo verpasst abzubiegen und sind schon viel zu weit auf einem Waldweg unterwegs.

Wenn's so schön rollt, kann man schon einmal eine Abzweigung verpassen ...

Wenn es so schön rollt, kann man schon mal den Abzweig verpassen

Umkehren?

Nein, entscheidet die Reiseleitung – wir haben doch ausgezeichnete Landkarten mitbekommen und nach denen müßte es hier gleich einen Waldweg geben und der führt im Norden wieder an die Straße, die wir eigentlich nehmen sollten.

Denkste.

Wir landen auf der Fernverkehrsstraße 58 und sehen links von uns ein Ortsschild. „Das muss das Szeroki Bor auf der Karte sein, wo es eine Straße gibt, die uns direkt nach Norden führt!“, verkünde ich frohlockend.

War es aber nicht.

Eine Siedlung mit Neubauten mitten im Wald und einem Eisenbahngleis und – einem Riesen-Gitter quer über die Straße. „Militärisches Sperrgebiet“, teilt uns ein Schild mit.

Wir versuchen möglichst nicht verhaftet zu werden und das Sperrgebiet zu umgehen. Geraten auf immer kleinere Waldwege, überwinden quer liegende Baumstämme und dichte Beerenhecken. Und die Zeit rennt – noch eine Stunde bis zum Schiff.

„Das muss der See hier auf der Karte sein“, verkündet die Reiseleitung verzweifelt und versucht die Radgefährten zu motivieren, was immer schlechter gelingt. „Wenn wir den umrundet haben, sind wir an der Landstraße nach Wejsunen!“ Dann endlich, nach 20 Minuten Irrlauf und -fahrt durch masurische Wälder die Erlösung: „Da vorne ist die Straße!“.

Gott sei Dank, die Zivilisation hat uns wieder. Wie sich später herausstellt, war der Ort, den wir doch mit eigenen Augen gesehen hatten, gar nicht auf der Karte eingezeichnet, wir befanden uns an einer ganz anderen Stelle als gedacht.

Wie dem auch sei, Pünktlich 16:02 Uhr rollen wir auf den Anlege-Steg der „Classic Lady“. Nach 4:20 h reiner Fahrtzeit udn 69,7 geradelten Kilometern.

Und werden für die Strapazen des Tages mit einer wunderschönen Fahrt über Seen und Kanäle der Masuren entlohnt.

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Am Abend geht es in Richtung Mikolajki

 

 

 

Anreise

Wir sollen spätestens um 18 Uhr an Bord sein. Das Navi sagt, dass wir bis zu seinem Liegeplatz in der Ortschaft Ruciane Nida knapp über 13 Stunden brauchen werden. Also haben wir uns um zwei Uhr zur gemeinsamen Abfahrt verabredet. Man will ja schließlich auch noch Pause machen.

Wir hätten auch einen anderen Weg wählen können: Per Flug oder Zug nach Warschau und von dort dann mit dem Masuren-Shuttle (Abfahrt an Flughafen und Hauptbahnhof) in einer über fünfstündigen Fahrt ins Aktiv-Resort Masurische Seen in Piaski. War uns aber zu umständlich.

Aus Bequemlichkeit haben wir diesmal darauf verzichtet, unsere eigenen Räder mitzunehmen und bei der Buchung die Möglichkeit gewählt, sich welche vor Ort auszuleihen. Kostet 55 Euro die Woche pro Fahrrad. Eine unserer Mitreisenden hätte gern ein E-Bike gemietet. War über DERTOUR nicht möglich, trotz langer Nachfragen und „Beziehungen spielen lassen“ unseres Reisebüros. Andere Veranstalter haben das hinbekommen – unter den Passagieren der „Classic Lady“ finden sich letztlich auch einige Mieter von E-Bikes.

Ohne Fahrradgepäckträger sind wir schnell durch Deutschland durch, tauschen gegen halb sechs Uhr in der Früh am Grenzübergang Kolbaskowo die ersten hundert Euro. Umtauschkurs 1:4,30, der EC-Automat berechnet uns später einen Kurs von 1:4,18, also 4418 Zloty für 100 Euro. Abheben ist überall problemlos möglich, die EC-Automaten „können deutsch“, es gibt sie in jeder Kleinstadt (und in den großen erst recht).

Auch in Polen geht es zügig weiter, die Straßen sind zunächst sehr gut. Wir haben die Hinweisschilder an der Grenze verpaßt, sind uns unsicher über die Höchstgeschwindigkeit: Ist den Polen die Polizei egal oder dürfen sie hier wirklich so rasen? Sie dürfen: Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen 140 km/h, auf zweispurigen Schnellstraßen 120 km/h, auf einspurigen 100 km/h, ansonsten ausserorts 90 km/h.

Wir sind unterwegs von Szczecin nach Bydgoszcz, mit den Schnellstraßen ist es bald vorbei, wir fahren stundenlang über Landstraßen. Immer bedacht, innerorts (50 km/h) nicht von einem der vielen Blitzer erfaßt zu werden. Die Polen überholen außerorts recht aggressiv, selbst wenn wir Höchstgeschwindigkeit fahren, aber man gewöhnt sich dran.

Gegen Mittag haben wir schließlich so viel Zeit rausgefahren, dass wir uns eine Stadtbesichtigung gönnen: Die Altstadt von Grudziac (Graudenz) sieht von der Autobrücke über die Weichsel so interessant aus, dass wir uns zu einer Besichtigung enstchließen.

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Blick von der Zitadelle auf die Weichsel bei Graudenz

Die Mauern der ehemaligen Festung über der Weichsel erinnert uns an die Burgen des Deutschen Ordens, das davor liegende alte Stadtviertel an die Hansestädte – viel Backsteinarchitektur, ein mächtiger Speicher, ein großes Kaufhaus, das gerade renoviert wird, am Markt. An dem finden wir auch gemütliche Holzbänke und -tische unter riesigen Sonnen-Schirmen, eine freundliche Bedienung und eine Kleinigkeit zum Mittag. Für Pizzen, Schnitzel und Rote-Beete-Suppe (Barszcz) sowie ein großes Bier zahlen wir zu sechst knapp 30 Euro. Fein.

Pünktlich gegen 17 Uhr treffen wir dann im Aktiv Resort in Piaski ein – nach letztlich über 15 Stunden Fahrt. Um den Audi müssen wir uns hier keine Sorgen machen: Er wird die ganze Woche über zwischen den Fahrzeugen anderer Reisender am See-Ufer stehen – neben Hütten, die von Feriengästen bewohnt werden und hinter der Schranke einer Rezeption an der Einfahrt.  Das Parken ist hier kostenlos.

Wir bringen unser Gepäck an Bord, wo uns der Kapitän persönlich begrüßt, uns unsere Zimmer , pardon Kajüten, zuweist und schon mal (auf unsere Bestellung) das erste Bier zapft, das wir dann in der Abendsonne auf dem Aussichtsdeck genießen.

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Auf eine schöne Reise!

Die Schiffs-Rad-Reise kostete bei unserem Veranstalter knapp 900 Euro pro Person, wobei wir uns für die etwas billigeren Kajüten im Hauptdeck (also in Höhe der Wasserlinie) entschieden haben. Die Nutzer des Oberdecks haben 50 Euro mehr investiert. Die Kajüte selbst ist naturgemäß eng, einen Koffer mitzunehmen können wir wirklich nicht empfehlen. Lieber alles in Taschen packen, die kriegt man leichter in dem schmalen Schrank oder unters Bett (wo sich aber bereits zwei Liegestühle für das Sonnendeck befinden) . Sehr eng (und hellhörig) auch Toilette und Dusche, ich bevorzuge in den folgenden Tagen die Nutzung des Salon-WC auf dem Oberdeck. Aber die Größe der Kajüte reicht völlig, man schläft dort ohnehin nur – den Rest der Zeit ist man im Bord-Restaurant, das ausserhalb der Essenszeiten auch als Aufenthaltsraum genutzt wird, oder natürlich auf dem Aussichtsdeck.

Noch am selben Abend bekommen wir unsere Räder zugewiesen. Solide Tourenräder mit sieben Gängen (Nabenschaltung) und Rücktritt. Dazu erhält jeder eine große wasserdichte Fahrradtasche, wobei in der für den „Gruppenführer“ auch noch Werkzeug und Ersatzschläuche enthalten sind. Gegen eine Pfandgebühr von zehn Euro gibt es für jeden, der es möchte, auch noch ein Fahrrad-Tacho.

Die anderen unserer Gruppe verzichten drauf, ich hole mir natürlich eins.

Schließlich will ich in den nächsten Tagen unsere Touren genau dokumentieren. Und morgen geht es ja schon los: laut Reise-Katalog auf eine 45-km-Tour über Weissuhnen und Johannisburg zurück zum Schiff und dann mit einer abendlichen Seefahrt rüber nach Nikolaiken.