Anstrengender Abschied

Den letzten Tag im Land der Usbeken, wir haben ihn fast komplett verpennt. Alle beide. Und das nicht ohne Grund: Die Rache des Emirs hat uns doch noch ereilt. Grausam, effizient, mit durchschlagendem Erfolg.

Natürlich haben wir wieder all des Wissen der westlichen Pharma-Industrie um seine ruchtbaren Waffen gegen ihn verwandt, konnten ihn somit wenigstns in langwierige Rückzugsgefechte verwickeln, allein es blieben die Nebenwirkungen.

Wie jeden Tag fanden wir uns kurz nach acht beim Frühstück ein, ließen diesmal aber Wurst, Käse, Eier, Obst und Säfte links liegen, nahmen lediglich Fladenbrot und Tee zu uns. Aber da war es eigentlich schon zu spät. Tapfer machten wir uns auf, um – wie im Reiseplan vorgesehen – fünf Stunden lang die Stadt allein zu erkunden, aber erkundet habe ich eigentlich nur, wo die nächste öffentliche Toilette sein könnte. Immerhin zwei Stunden liefen wir noch durch Samarkand, dass wir ja mit hoher Wahrscheinlichkeit nie wieder sehen werden, aber Spaß gemacht hat es nicht: Russenviertel, Basar, Timur-Denkmal – und dann ab ins Hotel. Dort haben wir uns im Garten auf eine Bank gelegt – und zwei Stunden geschlafen.

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Ein Gebäude der Universität, wenn wir die Inschrift recht verstanden haben…

14 Uhr holte uns dann der Bus ab zur letzten Besichtigungstour. Sokir führte uns zum Ulug Beg Observatorium. Beziehungsweise dem, was davon noch übrig ist: Dem in die Erde gehauenen Teil eines riesigen Sextanten von 40 Metern Radius, den der Enkel des Timurs zur Berechnung der Position von Sternen und Gestirnen verwendete. Das damals von  Ulug Beg errechnete Sternenjahr war mit 365 Tagen, 6 Stunden, 10 Minuten und 8 Sekunden nur einige Sekunden länger als das heute mit modernsten Methoden gemessene, seine Sternenkarten wurden von Seefahrern noch über Jahrhunderte verwendet. Leider wurde er nur 53 Jahre alt – sein eigener Sohn ließ ihm den Kopf abschlagen, als der Thron des Großvaters frei wurde. Wahrscheinlich war er als Kind an die Wiege gefesselt worden.

uleg Beg Observatorium in Samarkand

Ulug Beg Observatorium in Samarkand

Beim nächsten Besuchspunkt, dem Afrosyab-Museum, rebellierten dann sowohl mein Magen, als auch ich. Sorry, Sokir, aber unter diesen Umständen war ich einfach nicht in der Lage, den Erläuterungen über die 14 Herrscher-Dynastien in der 2750-jährigen Geschichte Samarkands zu folgen.

Nicht ganz so anstengend sollte dann aber der nächste Höhepunkt des Tages sein: Unsere Fahrt nach Taschkent. In einem Hochgeschwindigkeitszug, dessen in Spanien gebaute Lokomotive die luxuriös ausgestatteten Waggons mit 250 km/h durch die usbekische Steppe zieht.

Samarkand-Schnellzug

Das Foto vom Hochgeschwindigkeitszugist nicht von mir gemacht worden!

Wie immer an Bahnanlagen striktes Fotografierverbot, Einlaßkontrolle vor dem Bahnhof, Auslaßkontrolle vor den Bahnsteigen, Einlaßkontrolle am Bahnsteig, jedesmal mit Pass, Einlasskontrolle für den jeweiligen Wagen dann durch den jeweils verantwortlichen Schaffner. Keine Ahnung, wie effektiv das gegen mögliche Terroristen ist, aber man steigt beruhigt in den klimatisierten Waggon. Wo es kurz nach Abfahrt des Zuges dann ein belegtes Brot und Tee als Service der Usbekischen Bahn gibt. Wir sind beeindruckt und pennen weiter.

Im Hochgeschwindigkeitszug Afrosyab sind selbst die Japaner vom Service überrascht

Im Hochgeschwindigkeitszug Afrosyab sind selbst die Japaner vom Service überrascht

In Taschkent checken wir dann gegen acht Uhr in dem Hotel ein, in dem wir schon unsere erste usbekische Nacht verbracht haben, auf das gemeinsame Abschluss-Essen mit den Wanderern (die wir im bereits Jurten-Camp kennengelernt hatten) verzichten wir – und schlafen lieber bis drei Uhr früh.

Dann hieß es nämlich ab zum Flughafen, wo wir erneut die nun schon bekannte Prozedur über uns ergehen lassen müssen: Check vor dem Flughafengebäude, ob wir überhaupt Passagiere sind, Check mit Gepäck-Durchleuchtung beim Betreten des Flughafengebäudes, Check-In mit Pass-Kontrolle (klar: normal), Pass-Kontrolle, Durchleuchtung des Handgepäcks, Pass-Kontrolle und endlich sind wir im Abflugbereich. Hier hauen wir unsere beim Abendessen gesparten, letzten zehntausende Sum auf den Kopf, laden Karin und Thomas zum Tee, kaufen etwas Wasser und Salzgebäck. Und können im Flugzeug endlich wieder schlafen.

Die Abfertigung in Frankfurt läuft dann so schnell, dass wir glatt den ICE eine Stunde früher nach Hamburg kriegen. Prima denke ich mir, eine Stunde früher zu Hause – ja, aber nicht, wenn Du mit der Deutschen Bahn unterwegs bist*. Erster Zwangsstopp in Lüneburg, zweiter in Winsen, mit über einer Stunde Verspätung kommen wir in Hamburg-Harburg an. Auf dem kleinen Bahnsteig vollkommenes Chaos, hier enden nicht nur ICE außerplanmäßig, man läßt sie auch von hier wieder abfahren. Lautsprecher-Durchsagen verweisen die Ankommenden auf die S-Bahn „im Tunnel-Bahnsteig“ – aber wo ist der?

Auch bei den Regionalzügen vom Hauptbahnhof weg dann höchste Verwirrung, einige fallen aus, andere werden umgeleitet – letztendlich waren wir vier Stunden später als vorgesehen zu Hause.

Bei all meinen Bahnfahrten der letzten zwei Jahre war ich übrigens somit nur ein einziges Mal auf die Minute pünktlich am Ziel: Und das war gestern auf der Fahrt von Samarkand nach Taschkent.

P.S.: Um nicht ungerecht zu sein: In allen anderen Fällen konnte die Bahn was dafür, aber diesmal war sie unschuldig: Ein Werbe-Zeppelin, der Reklame für den Film „Pan“ machen sollte (bitte auf keinen Fall gucken!) war zwischen Hamburg-Harburg und Hamburg-Hauptbahnhof in die Oberleitung geraten. Idioten.

Eindrucksvoll

Der Morgen im staubtrockenen Taschkent beginnt mit einer Überraschung: Es regnet. Es regnet, wo es normalerweise niemals regnet. Oder nur sehr, sehr selten. Jedenfalls Anfang September. „Ganz toll“, denke ich mir – gut, dass nur eine Stadtbesichtigung ansteht. Und wir mit einem Auto zu den Sehenswürdigkeiten Taschkents gefahren werden.

Aber bevor ich dazu komme, kurz noch ein Wort zum Hotel. Die Gegend sah nachts zweifelhaft aus, am Tage nicht mehr. Altstadt halt. Wir wohnten zu zweit in einem riesigen Raum mit vier Betten. Seine Vorteile: Separates Bad mit Dusche und Klima-Anlage. Werden wir in den nächsten Tagen wohl nicht mehr allzu oft bekommen. Das Frühstück spartanisch, aber völlig ausreichend: Fladenbrot, Butter, zwei Scheiben Salami für jeden, ein Spiegel-Ei, ein Stück Käse, Marmelade. Reicht. Und zu alldem auch noch WLAN. Ich bin hochzufrieden.

Das Hotel ist eigentlich eher eine Villa

Das Hotel ist eigentlich eher eine Villa

Die erste Station unserer Stadtrundfahrt ist das Bakharon-Ensemble islamischer Bauten aus dem 16. Jahrhundert. Wunderbar restaurierte Koran-Schulen (madrassah), eine Islam-Universität, Mausoleen für Imame und andere Geistliche, ein Koran-Museum in dem Original-Schriften auf Gazellenhaut aus dem siebenten (!) und späteren Jahrhunderten aufbewahrt werden. Absolutes Film- und Fotografierverbot. Trotzdem höchst eindrucksvoll.

Teil des Barakhon-Ensembles

Teil des Barakhon-Ensembles

Weiter geht es durch die sonntäglich ruhende Stadt zu einem Platz, an dem plötzlich totales Verkehrs-Chaos herrscht. Wir steigen aus, werden von unserem Reiseleiter Sokir zu einem der 20 Basare der Stadt geführt. Ein Ereignis. Eine riesige Kuppelhalle, darin wimmelt es vor Menschen. Verkäuferinnen und Verkäufer vor sauberen Glasvitrinen, in denen sich kunstvoll garnierte Ware türmt: Fleisch, Käse, orientalische Gewürze, Nüsse, Gemüse, Obst, Plow-Zutaten und viele andere Köstlichkeiten. Ein Fest fürs Auge.

Marktweiber

Marktweiber

Was ich von anderen Märkten in der Welt überhaupt nicht gewohnt bin: Die Leute lassen einen völlig in Ruhe. Keine aufdringlichen Verkäufer, kein Gebrüll um die Gunst der Kunden, kein Nachfassen wenn man einmal höflich aber bestimmt abgelehnt hat. Die Leute bedanken sich, wenn sie fotografiert werden und fotografieren begeistert zurük – mit unseren Apparaten. Habe ich so überhaupt noch nicht erlebt. Ja prosto wowtorge – ich bin begeistert.

Lustige Erfahrung am Rande: Sokir, der offenbar weiß, womit er Gäste aus Deutschland beeindrucken kann, führt uns an den Stand eines Handwerkers, der Baby-Wiegen aus Holz feil bietet. Diese Wiegen haben in der Mitte Löcher von ungefähr zehn Zentimeter Duchmesser. In die ein kleiner Eimer, oder besser Becher, aus Plastik passt, den man gleich mitkaufen kann. Sokir erläutert uns, dass dies für die Notdurft des Babys sei, das untenrum nackt in der Wiege liegen würde. Und dann zeigt er uns eine kleine, aus Holz geschnitzte Pfeife. Die sei dafür da, um das Pipi der Jungen aufzufangen. Und eine ähnliche Apparatur, nur nicht mit so einem kleinen Pfeifenkopf, sondern einem breiten Schlitz, gibt es dann für die Mädchen.

Veralbert der uns jetzt?

Veralbert der uns jetzt?

„Sokir“, frage ich leicht verärgert ob dieser offenbaren Gäste-Veralberung, „wie sollen Babies denn in dieses Loch und diese kleine Pfeife treffen, wenn sie in der Wiege liegen?“

„Na die werden festgeschnallt“, lautet die verblüffende und uns noch Stunden weiter beschäftigende Antwort.

Der Usbeke weiß, wie man Kinder ruhig stellt

Der Usbeke weiß, wie man Kinder ruhig stellt
(hier ein Demonstrationsobjekt für die Ungläubigen)

Festgeschnallte Babies ermöglichten nicht nur eine Körperhygiene ohne Windel-Einsatz, sondern auch der Mutter drei bis vier Stunden freie Zeit, die sie in Haushalt und Küche bräuchte. Und Babys die so aufgewachsen seien, würden keinerlei Probleme verursachen: „Wenn Du solchen Kindern sagst, ’sitz still‘, dann sitzen die still!“

Ein Ansatz für die Reform-Pädagogik?

Ein Höhepunkt jagt den nächsten. Wir fahren zu einem Plow-Restaurant. Plow , das ist Fleisch mit Karotten, Kichererbsen, Rosinen und was weiß ich, sowie viel Reis und Öl, gedünstet in riesigen Kesseln Das Restaurant bietet über 1.000 Menschen Platz, es gibt nichts anderes außer Plow und vielleicht noch einem nicht-alkoholischen Getränk und es ist proppevoll. Dazu  draußen lange Schlangen vor den Kesseln, von Leuten, die sich eine Portion zum Mitnehmen in bunte Plastik-Behälter packen lassen.

Hier holt sich die halbe Stadt ihr Mittagessen

Hier holt sich die halbe Stadt ihr Mittagessen

Weiter geht es in das Regierungsviertel der Stadt. Parlament, Senat, Finanzministerium liegen an einem großen Platz, dessen Grundzüge bereits in Sowjetzeiten festgelegt wurden: Ein riesiges Wasserspiel, breite, freie Flächen, die von allen Fußgängern gemieden werden, postsozialistische Zuversichtsarchitektur: Wir Usbeken, wir sind der Mittelpunkt der Welt, mit unserer Unabhängigkeit beginnt der unaufhaltsame Aufstieg in nie gekannte Höhen. Nun ja.

Vor dem Denkmal für einen früheren Fürsten namens Timur fühl ich mich fast wie ein Popstar. Mehrere Familien wollen sich mit uns fotografieren lassen. Wir nehmen ihre Kinder bereitwilig in unsere Mitte, lächeln in die Kameras.

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Der Usbeke will nicht gefragt werden, ob man ihn fotografieren darf.
Er will fotografiert werden.

Ein paar Straßen weiter ein Boulevard mit einer Freiluft-Ausstellung vieler touristenverführender Künstler. Und ein Café in einem Pavillion, das auch Bier anbietet. Wunderbar.

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Kunst to go auf breiten Straßen

Wir plaudern mit Sekir, Karin und Thomas über Gott und die Welt, nehmen später noch in einem anderen Restaurant eine Suppe zum Abend (dessen Vorteile: hervorragendes Essen, WLAN und eine absolutem europäischen Spitzenstandard entsprechende Toilette. Ich bin ja sowas von zufrieden).

Am Bahnhof von Taschkent strenge Kontrollen. Drei- oder viermal müssen wir den Pass zeigen, das Gepäck wird durchleuchtet. Mich störtˋs nicht, umso sicherer unsere Reise, denke ich mir.

Im Nachtzug wird uns ein Zweier-Abteil zugewiesen. Wir sind positiv überrascht, hatten uns eigentlich mit Karin und Thomas in einem Vierer-Abteil vermutet. Nix da.

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Das Highlight: Der Fernseher. Und der Schaffner der einem zu Straßenpreisen Bier besorgt.

Unser Abteil-Nachbar spricht uns an. Panzerfahrer sei er gewesen, in der Tschechoslowakei. Und ob wir denn wüßten, dass in Buchara der Medicus gelebt hätte. Haben wir nicht gewußt.

Später setzt sich noch der Waggon-Schaffner zu uns. Er stammt aus dem Fergana-Tal erzählt er uns und ob wir ihn nicht besuchen wollten. Er hätte mit Thomas und Johannes, einem Lehrer und einem Juristen, gerade Leute aus Deutschland beherbergt und sei nun neugierig auf dieses Land. Wir müssen mit Verweis auf unsere fest gebuchte Tour leider ablehnen. Und staunen, wieder allein, darüber, was wir alles verstanden und gesagt haben.

Der Einsteigerkurs Russisch war wohl doch nicht umsonst.

Diesen Gesichtsausdruck haben die meisten Usbeken, wenn sie mit uns Russisch reden.

Diesen Gesichtsausdruck haben die meisten Usbeken, wenn sie mit uns Russisch reden.

Guter Start

Hinter Volgograd begann die Wüste. Laut Flug-Navigationssystem. Denn gesehen habe ich sie nicht. Weil sämtliche Fenster-Zweierreihen unserer Boeing 767 von Teilnehmern einer Leserreise der Stuttgarter Nachrichten und den älteren Herrschaften einer Studiosus-Reisegruppe belegt waren.

Ansonsten verlief der Flug recht angenehm. Die Route führte über Polen, Weißrussland, Russland bedenklich nahe an der ukrainischen Grenze bei Charkow  vorbei, dann über Wolga-Mündung, Kaspisches Meer und Aralsee nach Kasachstan und schließlich Taschkent.  Fünfeinhalb Stunden für 4687 km.

Die Verpflegung im Flieger war ordentlich, auch wenn kein Bier ausgeschenkt wurde und die Vinologin an meiner Seite nach einem Schluck Roten mit säuerlichem Gesicht meinte, dies wäre der letzte für die nächsten 14 Tage. In der Zeit wird sie sich wohl zur Wodkologin weiterbilden.

BoardingAuf ins Abenteuer!

Die Ansagen der Crew erfolgten auf usbekischen, russisch und englisch und das waren auch die Sprachen in denen die Filme an Bord angeboten wurden. Die stammten hauptsächlich aus usbekischen, russischen und französischen Archiven. Einen Rotarmisten als Haupthelden eines Streifens hatte ich schon ewig nicht mehr gesehen.

Die usbekische Hauptstadt empfing uns dann feundlich. Die Paß- und Zollbeamten waren nicht ganz so furchteinflößend, wie ich mir das in meinen Reise-Alpträumen vorgestellt hatte, der Zöllner freute sich sogar, an mir seine spärlichen Deutsch-Kenntnisse ausprobieren zu können.

Draussen erwartete uns dann unser Reiseleiter -und unsere beiden Mitreisenden, intern freundlich die Bayern genannt. Karin und Thomas sind Profis in Bezug auf exotische Radreisen, sie waren schon auf  Touren in Südafrika, Vietnam, Thailand, auf Kuba. Und sie haben ein wenig Angst vor Reiseteilnehmern, die das alles sportlich sehen und die Tagestouren möglichst schnell runterreißen wollen. Wir verstehen uns auf Anhieb.

Unser Reiseleiter Sokur fragt uns, ob wir noch was zu Abend essen wollen. Wir wollen. Er führt uns um die Ecke des Hotels, na ja vielleicht sagen wir besser der Pension (aber europäisches Klo! Dusche! Klimanlage) in ein kleines Strassen-Restaurant. Wir lassen uns Schaschlyk-Spiesse kommen, mit einem wunderbaren geschmorten Gemüse-Teller. Wkustnui (köstlich)!

Reiseleiter Sokir, die Bayern und der Autor dieser Zeilen

In freudiger Erwartung auf das, was da so kommt: Reiseleiter Sokir, die Bayern und ich

Beim Gespräch erfahren wir übrigens, dass Russisch in Taschkent nicht als Fremdsprache gilt. Sondern als Zweitsprache – wird zusammen mit usbekisch ab der ersten Klasse in der Schule gelehrt und ist offizielle Schriftsprache (für Dokumente usw.). In Samarkand und Buchara, wo nicht so viele Russsen leben, sieht das freilich schon ganz anders aus.

Auf unserer CD Einsteigerkurs Russisch wird quasi in jeder Folge Wodka getrunken (aus rein didaktischen Gründen, wie ich annehme). Ich beschließe, das angeeignete Wissen in der Praxis anzuwenden und bestelle uns Fünfen zum Abschluss eine Flasche Wodka. Die Trinksprüche kommen flüssig von den Lippen, ich bin stolz auf mich.

Da wir schon in die Landeswährung Sum umgetauscht haben und ich mit der Wodka-Flasche sowieso den größten Posten auslöste, übernehme ich die Gesamt-Rechnung. Vier Schaschlyk-Spieße mit Reis und Gemüse, sieben 0,5-Liter-Gläser Bier (usbekische Produktion, aber wirklich trinkbar), drei Cola und eine Flasche Wodka kosten unterm Strich 110.000 Sum (40 Euro). Ich bin sehr zufrieden.

Vielleich wird die Reise ja besser, als ich dachte.